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Bridge

Kurz: Ein Netzwerkgerät, das zwei Netzwerksegmente auf Schicht 2 miteinander verbindet und dabei intelligent nur den nötigen Datenverkehr zwischen ihnen weiterleitet.

Genauer: Anders als ein Hub, der Daten blind an alle Ports weiterreicht, lernt eine Bridge anhand von MAC-Adressen, welche Geräte auf welcher Seite hängen, und leitet Traffic gezielt weiter. Ein Switch ist im Grunde eine Bridge mit vielen Ports.

Im Detail

Die Lerntabelle als Kernmechanismus

Eine Bridge führt intern eine Lerntabelle (auch Forwarding-Tabelle oder CAM-Table genannt), die MAC-Adressen den jeweiligen Ports zuordnet. Beim ersten Frame von einem Gerät merkt sie sich “diese MAC-Adresse hängt an diesem Port” — kommt später ein Frame für genau diese Adresse an, wird er gezielt nur an den passenden Port weitergeleitet, statt (wie bei einem Hub) an alle Ports gleichzeitig. Ist die Ziel-MAC-Adresse noch unbekannt, verhält sich die Bridge übergangsweise wie ein Hub und flutet den Frame an alle Ports außer dem Eingangsport, bis sie gelernt hat, wo das Ziel tatsächlich sitzt. Einträge in der Lerntabelle sind nicht dauerhaft — bleibt ein Gerät für eine gewisse Zeit (typischerweise mehrere Minuten) inaktiv, wird sein Eintrag verworfen, damit die Tabelle nicht unbegrenzt wächst und veraltete Zuordnungen (z. B. nach dem Umstecken eines Kabels) irgendwann automatisch korrigiert werden.

Schleifenvermeidung: Spanning Tree

Werden mehrere Bridges oder Switches redundant miteinander verkabelt (z. B. aus Ausfallsicherheitsgründen zwei Verbindungen zwischen zwei Switches), entsteht eine physische Schleife im Netzwerk — ohne Gegenmaßnahme würden Broadcast-Frames dabei endlos im Kreis zirkulieren und das Netzwerk binnen Sekunden lahmlegen (“Broadcast Storm”). Das Spanning Tree Protocol (STP) löst dieses Problem, indem Bridges/Switches sich untereinander abstimmen und einen der redundanten Pfade logisch deaktivieren, sodass effektiv ein schleifenfreier Baum entsteht — fällt die aktive Verbindung aus, aktiviert STP automatisch den bis dahin blockierten Ersatzpfad. Modernere Varianten wie Rapid Spanning Tree (RSTP) verkürzen die dafür nötige Umschaltzeit von ursprünglich bis zu 50 Sekunden auf wenige Sekunden.

Bridge vs. Switch vs. Router

Historisch verband eine Bridge meist nur zwei Netzwerksegmente miteinander (daher der Name — sie “überbrückt” zwei Netze), während ein Switch dasselbe Prinzip auf viele einzelne Ports hochskaliert — im Grunde ist ein moderner Switch nichts anderes als eine Multiport-Bridge, die auf Schicht 2 des OSI-Modells arbeitet. Ein Router dagegen arbeitet eine Ebene höher (Schicht 3) und leitet anhand von IP-Adressen zwischen unterschiedlichen logischen Netzen weiter, statt nur MAC-Adressen innerhalb desselben Netzes zu lernen — Bridge/Switch verbinden also Geräte im selben Netz effizienter, Router verbinden unterschiedliche Netze überhaupt erst miteinander.

Wireless Bridges und Software-Bridges

Reine, dedizierte Bridge-Hardware im klassischen Sinn ist heute selten geworden; das Konzept lebt aber in jedem Switch weiter. Eine praktische moderne Anwendung ist die “Wireless Bridge”, bei der zwei entfernte kabelgebundene Netzwerksegmente über eine WLAN-Punkt-zu-Punkt-Verbindung überbrückt werden, etwa zwischen zwei Gebäuden ohne direkte Verkabelungsmöglichkeit. Auch Software-Bridges sind verbreitet, insbesondere in Virtualisierungsumgebungen: Ein Hypervisor bindet dabei virtuelle Maschinen über eine virtuelle Bridge an die physische Netzwerkkarte des Host-Systems an, sodass sich VMs im Netzwerk wie eigenständige physische Geräte verhalten.

Siehe auch: Switch, Hub, Router, VLAN