Windows
Bild: Microsoft; Icons: https://notepad-plus-plus.org https://www.mozilla.org/de/fi…, Public domain, Wikimedia Commons
Kurz: Das von Microsoft entwickelte, proprietäre Betriebssystem — das weltweit meistgenutzte OS auf Desktop-PCs.
Genauer: Bekannt für breite Hardware- und Software-Kompatibilität sowie eine grafische Oberfläche, die sich seit den 1980ern kontinuierlich weiterentwickelt hat. Nutzt eigene Kommandozeilen wie CMD und PowerShell zur Systemsteuerung, im Gegensatz zu unixoiden Systemen wie Linux.
Im Detail
Windows dominiert seit den 1990ern den Desktop-Markt, vor allem weil Microsoft von Anfang an auf breite Hardware-Kompatibilität setzte: anders als Apples eng gekoppeltes Hardware-Software-Ökosystem läuft Windows auf Rechnern nahezu beliebiger Hersteller und Konfigurationen. Diese Offenheit erklärt auch, warum Windows im professionellen Bürobetrieb und bei Gaming auf Desktop-PCs so verbreitet ist — Software- und Treiberhersteller entwickeln primär für Windows, weil dort die größte Nutzerbasis sitzt, was wiederum mehr Nutzer anzieht (ein sich selbst verstärkender Netzwerkeffekt).
Unter der Haube basiert modernes Windows auf dem Windows-NT-Kernel (seit Windows NT/2000, nicht zu verwechseln mit den älteren, technisch grundlegend anderen Windows-9x-Versionen). Zur Systemsteuerung und Automatisierung stehen mehrere Kommandozeilen-Werkzeuge parallel zur Verfügung: das alte CMD (aus DOS-Zeiten, einfache Batch-Skripte), das modernere, objektorientierte PowerShell (mächtiger, für komplexere Administrationsaufgaben), und seit einigen Jahren zusätzlich WSL (Windows Subsystem for Linux), das einen echten Linux-Kernel bzw. eine Linux-Umgebung direkt unter Windows integriert — praktisch für Entwickler, die Linux-Tools brauchen, ohne das Betriebssystem zu wechseln.
Versionsgeschichte im Überblick
Windows durchlief mehrere grundlegende Architekturwechsel: die frühen Versionen (Windows 1.0-3.1) waren eigentlich nur eine grafische Oberfläche über MS-DOS, kein eigenständiges Betriebssystem. Windows 95/98/ME (die “9x-Linie”) brachten erstmals eine eigenständigere Architektur, blieben aber technisch auf DOS-Grundlagen aufgebaut und dadurch instabil. Windows NT (parallel entwickelt, ursprünglich für Server/Workstations) brachte eine grundlegend neue, robustere Kernel-Architektur mit, die ab Windows XP (2001) auch für Consumer-PCs zum Standard wurde und bis heute die Basis jeder aktuellen Windows-Version bildet.
Lizenzmodell und Geschäftsstrategie
Anders als bei Linux-Distributionen (meist kostenlos, quelloffen) verkauft Microsoft Windows-Lizenzen sowohl direkt an Endnutzer als auch, in noch größerem Umfang, gebündelt mit neu verkaufter Hardware (“OEM-Lizenzen”) — die meisten neu gekauften PCs kommen bereits mit vorinstalliertem Windows, dessen Lizenzkosten im Gerätepreis enthalten sind. Dieses Geschäftsmodell unterscheidet sich fundamental von Apples Ansatz (Betriebssystem nur auf eigener Hardware, quasi kostenlos als Teil des Hardware-Kaufs) und von den meisten Linux-Distributionen (offenes, meist kostenloses Betriebssystem, Geschäftsmodell oft über Support-Dienstleistungen statt Lizenzverkauf).
Windows in Unternehmensumgebungen
In Unternehmen wird Windows meist zentral über Active Directory verwaltet — ein Verzeichnisdienst, der Nutzerkonten, Berechtigungen und Gruppenrichtlinien für hunderte oder tausende Rechner gleichzeitig zentral steuert, statt jeden Rechner einzeln konfigurieren zu müssen. Diese zentrale Verwaltbarkeit ist einer der Hauptgründe, warum Windows im Firmenumfeld trotz Konkurrenz durch macOS/Linux weiterhin dominiert, besonders in größeren Organisationen mit entsprechenden IT-Abteilungen.
Siehe auch: Linux, Betriebssystem