Linux
Kurz: Ein freies, quelloffenes, unixartiges Betriebssystem, dessen Kern (Kernel) von Linus Torvalds initiiert wurde.
Genauer: “Linux” bezeichnet genau genommen nur den Kernel — die tatsächlichen Betriebssysteme (“Distributionen” wie Ubuntu, Debian, Arch) bündeln den Kernel mit Software drumherum. Dominiert im Server- und Cloud-Bereich sowie bei eingebetteten Systemen, wegen freier Lizenzierung, Stabilität und guter Skriptbarkeit über die Shell.
Im Detail
Kernel vs. Distribution
Der Linux-Kernel selbst kümmert sich um die Grundfunktionen eines Betriebssystems: Prozessverwaltung, Speicherverwaltung, Gerätetreiber, Dateisysteme, Netzwerk-Stack. Eine “Distribution” (kurz Distro) packt diesen Kernel mit einem Paketmanager, einer Standardauswahl an Software und oft einer grafischen Oberfläche zu einem vollständigen, installierbaren Betriebssystem — deshalb unterscheiden sich Ubuntu, Debian, Arch oder Fedora stark in Bedienung, Update-Rhythmus und Zielgruppe, obwohl alle denselben Kernel nutzen. Debian gilt z. B. als besonders stabil-konservativ (seltene, gut getestete Updates), Arch als “Rolling Release” mit ständig aktuellster Software für Nutzer, die maximale Kontrolle wollen, Ubuntu als einsteigerfreundlicher Kompromiss.
Entstehungsgeschichte
Linus Torvalds begann 1991 als finnischer Informatikstudent mit der Entwicklung eines eigenen Kernels, inspiriert vom (damals nicht frei verfügbaren) Unix. Kombiniert mit den bereits existierenden GNU-Tools (Richard Stallmans Projekt für freie Unix-kompatible Werkzeuge) entstand daraus ein komplett freies Betriebssystem — weshalb manche Puristen korrekt von “GNU/Linux” statt nur “Linux” sprechen. Die offene Lizenz (GPL) erlaubt es jedem, den Quellcode einzusehen, zu verändern und weiterzuverbreiten, was zu einer der größten kollaborativen Software-Entwicklungen der Geschichte führte.
Dominanz im Server-/Cloud-Bereich
Im Server-/Cloud-Bereich dominiert Linux nahezu vollständig, aus mehreren Gründen zugleich: kostenlose Lizenzierung (keine Lizenzkosten pro Server, relevant bei tausenden Instanzen), hohe Stabilität bei Langzeitbetrieb (Server laufen oft monate- oder jahrelang ohne Neustart), und eine tief in der Kultur verankerte Skriptbarkeit über die Shell — praktisch jede administrative Aufgabe lässt sich automatisieren, was für Cloud-Infrastruktur (viele identische Server automatisiert verwalten) essenziell ist. Docker und die meisten Cloud-Container-Technologien basieren direkt auf Linux-Kernel-Features (Namespaces, Cgroups), weshalb Container ursprünglich nur unter Linux nativ liefen — unter Windows/macOS läuft Docker bis heute technisch in einer versteckten Linux-VM im Hintergrund.
Desktop-Nutzung
Auf dem Desktop bleibt Linux trotz seiner Server-Dominanz eine Nische (typischerweise unter 5% Marktanteil), was oft an fehlender Software-Kompatibilität (viele kommerzielle Programme erscheinen nur für Windows/macOS) und uneinheitlicher Hardware-Treiberunterstützung liegt — ein Bereich, in dem sich die Situation aber, u. a. dank Steams “Proton”-Kompatibilitätsschicht für Spiele, in den letzten Jahren spürbar verbessert hat.
Siehe auch: Windows, Betriebssystem, Shell, Docker