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Microsoft Edge

Kurz: Der von Microsoft entwickelte Browser, Nachfolger des Internet Explorer, seit 2020 auf Chromium-Basis (wie Google Chrome).

Genauer: Der Wechsel zu Chromium bedeutete, dass Edge dieselbe Rendering-Engine wie Chrome nutzt und damit von dessen Web-Kompatibilität und Erweiterungs-Ökosystem profitiert. Standard-Browser unter Windows.

Im Detail

Von EdgeHTML zu Chromium

Der ursprüngliche Edge (2015-2020) nutzte noch Microsofts eigene Rendering-Engine (EdgeHTML), die als Nachfolger des historisch für schlechte Web-Standard-Unterstützung bekannten Internet Explorer gedacht war und dessen Ruf verbessern sollte. Trotz technisch solider Grundlage blieb die Marktdurchdringung gering — unter anderem weil viele Websites weiterhin primär gegen Chrome getestet wurden und EdgeHTML dadurch immer wieder mit Kompatibilitätsproblemen zu kämpfen hatte (ein Teufelskreis: wenig Marktanteil → weniger Testaufwand von Entwicklern → mehr Bugs → noch weniger Marktanteil).

2020 entschied sich Microsoft für einen radikalen Schritt: Edge komplett auf Googles quelloffene Chromium-Basis (dasselbe Projekt, das auch Google Chrome, Opera, Brave und viele weitere Browser antreibt) umzustellen, statt weiter in die eigene Engine zu investieren. Seitdem teilt Edge sich dieselbe Rendering-Engine wie Chrome, und die meisten Website-Kompatibilitätsprobleme sind praktisch verschwunden — eine Website, die in Chrome funktioniert, funktioniert praktisch immer auch in Edge.

Differenzierung über der gemeinsamen Basis

Da die Rendering-Engine identisch ist, differenziert Microsoft Edge heute vor allem über Zusatzfunktionen oberhalb der gemeinsamen Chromium-Basis:

  • Tiefe Windows-Integration: nahtlose Anmeldung mit Microsoft-Konto, Synchronisation mit OneDrive, native Windows-Widgets.
  • Copilot: in den Browser eingebauter KI-Assistent, der Seiteninhalte zusammenfassen, Fragen dazu beantworten oder beim Schreiben helfen kann — direkt in der Seitenleiste, ohne Tab-Wechsel.
  • Sammlungen und vertikale Tabs: Zusatzfunktionen für Nutzer mit vielen offenen Tabs, die Chrome selbst (bzw. nur über Erweiterungen) nicht in dieser Form anbietet.
  • Unternehmens-Features: Edge wird stark im Business-/Enterprise-Umfeld positioniert, mit Gruppenrichtlinien-Integration und Sicherheitsfeatures für IT-Administratoren.

Marktposition

Als vorinstallierter Standard-Browser unter Windows hat Edge eine breite, wenn auch teils unfreiwillige Nutzerbasis — viele Nutzer wechseln nie vom vorinstallierten Browser, weshalb Edge trotz geringerer bewusster Wahl konstant zweistellige Marktanteile hält. Microsoft nutzt außerdem technische Mittel (z. B. Warnhinweise beim Herunterladen anderer Browser über Edge, oder das erneute Setzen von Edge als Standard nach Windows-Updates), um Nutzer beim Standard-Browser zu halten — ein Verhalten, das wiederholt kartellrechtliche Kritik in der EU nach sich gezogen hat.

Siehe auch: Browser, Google Chrome, Windows