Android
Kurz: Googles mobiles Betriebssystem, quelloffen (AOSP) und auf den meisten Smartphones weltweit im Einsatz — offener als iOS, u. a. mit Sideloading-Möglichkeit außerhalb des Play Stores.
Genauer: Apps werden traditionell in Java oder (seit 2019 von Google empfohlen) Kotlin entwickelt, verpackt als APK. Weil viele Hersteller (Samsung, Xiaomi usw.) eigene Android-Varianten mit unterschiedlicher Hardware ausliefern, ist die Gerätefragmentierung bei Android deutlich größer als bei Apples einheitlicherem iOS-Ökosystem.
Im Detail
Android basiert auf einem modifizierten Linux-Kernel und läuft Apps traditionell in einer eigenen virtuellen Maschine (früher Dalvik, heute die Android Runtime/ART), die den kompilierten Bytecode in nativen Maschinencode übersetzt. Jede App läuft standardmäßig in einer eigenen Sandbox mit eigener Nutzer-ID, sodass Apps sich gegenseitig nicht ohne Weiteres in die Daten schauen können.
Die Fragmentierung ist ein zentrales Praxisproblem für Entwickler: Anders als bei iOS, wo Apple Updates direkt an fast alle unterstützten Geräte gleichzeitig ausrollt, hängt bei Android das Update-Tempo vom jeweiligen Hersteller ab — manche Geräte bekommen neue Android-Versionen erst Monate später oder gar nicht mehr. Entwickler müssen deshalb oft mehrere Android-Versionen gleichzeitig unterstützen (definiert über minSdkVersion und targetSdkVersion im Projekt).
Offizielle Entwicklungsumgebung ist Android Studio (basiert auf IntelliJ), Build-System ist Gradle. Eine minimale App-Struktur besteht aus einem Manifest, das Berechtigungen und Komponenten deklariert:
<uses-permission android:name="android.permission.INTERNET" />Geschichte und Entstehung
Android wurde ursprünglich 2003 als eigenständiges Startup gegründet, das Betriebssysteme für Digitalkameras entwickeln wollte, bevor sich der Fokus schnell auf Smartphones verlagerte. Google kaufte das Unternehmen bereits 2005 auf, lange bevor das erste Android-Gerät (das HTC Dream/T-Mobile G1) 2008 auf den Markt kam — als direkte Antwort auf Apples ein Jahr zuvor vorgestelltes iPhone. Bis Android 10 (2019) trugen die Versionen intern Süßspeisen-Codenamen in alphabetischer Reihenfolge (Cupcake, Donut, Eclair, … Pie) — eine Tradition, die Google aus Marketinggründen später aufgab, auch wenn die interne API-Level-Nummerierung (aktuell weit über 30) bis heute fortlaufend hochgezählt wird.
Play Store, Sicherheit und Sideloading
Anders als bei iOS können Android-Nutzer APKs auch außerhalb des offiziellen Play Stores installieren (“Sideloading”) — praktisch für alternative App-Stores oder selbst entwickelte Apps, aber ein größeres Einfallstor für Malware, weshalb Google mit Play Protect eine eingebaute Malware-Prüfung anbietet, die auch sideloadete Apps scannt. Neuere Android-Versionen haben das Berechtigungssystem außerdem schrittweise granularer gemacht: Statt wie früher beim Installieren pauschal allen angeforderten Berechtigungen zuzustimmen, fragt Android heute situativ zur Laufzeit nach (z. B. erst beim ersten Kamerazugriff), und Nutzer können einzelne Berechtigungen jederzeit wieder entziehen.
Abgrenzung zu iOS in der Praxis
Für Entwickler bedeutet die offene Architektur von Android mehr Freiheit (z. B. Zugriff auf das Dateisystem, Hintergrundprozesse, Standard-App-Wechsel), aber auch mehr Verantwortung — ein schlecht optimiertes Hintergrundprogramm kann auf Android den Akku deutlich stärker belasten als ein vergleichbares iOS-Pendant, weil Apple Hintergrundaktivität traditionell restriktiver einschränkt. Für Nutzer zeigt sich der Unterschied am deutlichsten bei Updates: Google-eigene Pixel-Geräte bekommen neue Versionen sofort, viele andere Hersteller patchen ihre angepassten Android-Varianten dagegen mit spürbarer Verzögerung oder stellen den Support nach wenigen Jahren ganz ein.