Verbindungsloses Protokoll
Kurz: Ein Protokoll, das Daten ohne vorherigen Verbindungsaufbau verschickt — jedes Paket wird unabhängig behandelt, ohne Garantie für Reihenfolge oder Zustellung.
Genauer: UDP ist das bekannteste Beispiel: Es schickt Datagramme einfach los, ohne wie TCP erst per Three-Way-Handshake eine Verbindung aufzubauen. Das spart Overhead und Zeit, verlagert aber die Verantwortung für Zuverlässigkeit (falls nötig) auf die Anwendung selbst.
Im Detail
Der Gegenpol ist ein verbindungsorientiertes Protokoll wie TCP, das vor jeder Datenübertragung erst explizit eine Verbindung mit definiertem Zustand aufbaut (siehe Three-Way-Handshake) — beide Seiten “wissen” während der ganzen Kommunikation, dass sie gerade miteinander verbunden sind, und der Verbindungszustand wird aktiv verwaltet (Sequenznummern, Bestätigungen, Timeout-Erkennung). Ein verbindungsloses Protokoll kennt diesen Zustand nicht: Jedes Paket wird komplett unabhängig für sich behandelt, ohne Wissen über vorherige oder nachfolgende Pakete.
Diese Zustandslosigkeit hat einen wichtigen praktischen Vorteil: Ein Server muss keine Ressourcen für offene Verbindungen vorhalten, was ihn robuster gegen bestimmte Überlastungsszenarien macht und die Skalierung vereinfacht (jede Anfrage kann prinzipiell von einem anderen Server beantwortet werden, ohne dass Verbindungszustand synchronisiert werden müsste). Der Nachteil: Fällt ein Paket weg, merkt das von sich aus niemand — Anwendungen, die Zuverlässigkeit brauchen, müssen das selbst auf einer höheren Ebene nachbauen (z. B. eigene Bestätigungen und Neuübertragungslogik implementieren), statt sich wie bei TCP darauf verlassen zu können.