IPv6
Kurz: Der Nachfolger von IPv4 mit 128-Bit-Adressen (statt 32 Bit) — praktisch unbegrenzt viele Adressen, geschrieben als acht Hex-Gruppen (z. B. 2001:0db8::1).
Genauer: Löst nicht nur das Adressknappheitsproblem von IPv4, sondern vereinfacht auch einige Netzwerkmechanismen (z. B. eingebaute Autokonfiguration, kein NAT mehr zwingend nötig). Die Umstellung verläuft seit Jahren schrittweise, da IPv4 und IPv6 nicht direkt miteinander kompatibel sind.
Im Detail
128 Bit ergeben eine astronomisch große Zahl möglicher Adressen (2^128, mehr als es Sandkörner auf der Erde gibt) — praktisch bedeutet das, dass Adressknappheit als Problem für die absehbare Zukunft vollständig verschwindet. Geschrieben werden IPv6-Adressen als acht Gruppen von je vier Hexadezimalziffern, wobei führende Nullen und zusammenhängende Nullgruppen zur Lesbarkeit abgekürzt werden dürfen:
2001:0db8:0000:0000:0000:0000:0000:0001 <- volle Schreibweise
2001:db8::1 <- abgekürzt (Nullgruppen durch :: ersetzt)
Über die reine Adressraum-Erweiterung hinaus bringt IPv6 mehrere strukturelle Verbesserungen mit: eingebaute Autokonfiguration (ein Gerät kann sich ohne DHCP-Server selbst eine gültige Adresse zuweisen, basierend auf Netzwerk-Präfix und eigener MAC-Adresse), ein vereinfachter Header (weniger Felder als bei IPv4, was Router-Verarbeitung beschleunigt), und der komplette Wegfall von NAT als Notwendigkeit — jedes Gerät kann direkt eine eigene, global eindeutige Adresse haben, statt sich eine geteilte öffentliche Adresse zu teilen.
Der langsame Umstieg liegt vor allem an der fehlenden Rückwärtskompatibilität: Ein reines IPv4-Gerät kann von Haus aus nicht mit einem reinen IPv6-Gerät kommunizieren, weshalb die Migration seit Jahren im “Dual Stack”-Modus läuft (beide Protokolle laufen parallel), bis IPv6-Unterstützung überall flächendeckend etabliert ist.
Siehe auch: IPv4, IP-Adressen