XML
Kurz: “Extensible Markup Language” — ein textbasiertes, mit HTML verwandtes Format zur strukturierten Datenspeicherung, mit selbstdefinierten Tags statt fester HTML-Tags.
Genauer: Anders als HTML (feste Tag-Menge fürs Web) definiert man bei XML seine eigenen Tag-Namen passend zu den eigenen Daten (z. B. <kunde><name>...</name></kunde>). Lange Zeit Standard für Konfigurationsdateien, Datenaustausch (SOAP-APIs) und Office-Dateiformate (.docx, .xlsx sind intern XML) — für neue APIs mittlerweile größtenteils durch das kompaktere JSON abgelöst.
Im Detail
<kunde id="42">
<name>Anna Muster</name>
<email>anna@example.com</email>
<bestellungen>
<bestellung id="1001" datum="2026-03-15" />
</bestellungen>
</kunde>XML erlaubt beliebig verschachtelte, selbstbeschreibende Strukturen mit Attributen (id="42") UND Kindelementen — deutlich strenger als HTML, das nur eine feste, vordefinierte Menge an Tags mit festgelegter Bedeutung kennt. Diese Strenge hat einen Preis: jedes öffnende Tag braucht ein passendes schließendes Tag, was XML im Vergleich zu JSON deutlich textlastiger macht (dasselbe Kundenobjekt wäre in JSON kürzer und ohne Redundanz).
XML war jahrzehntelang der Standard für strukturierten Datenaustausch, vor allem in Unternehmensumgebungen (SOAP-Webservices, EDI im Handel, viele Behörden-Schnittstellen) und bleibt dort teilweise bis heute Pflicht, weil etablierte Systeme darauf aufbauen. Für neue Web-APIs hat sich JSON weitgehend durchgesetzt, weil es kompakter ist und sich nativ in JavaScript einlesen lässt — XML lebt aber in vielen “unsichtbaren” Rollen weiter: Microsoft-Office-Dateien (.docx, .xlsx) sind intern ZIP-Archive aus XML-Dateien, SVG-Grafiken sind XML, und Android-App-Layouts werden traditionell in XML beschrieben. Zusätzlich bietet XML mit XSD (XML Schema Definition) eine standardisierte Möglichkeit, die erlaubte Struktur eines Dokuments formal zu validieren — ein Feature, das bei JSON erst später und weniger einheitlich (JSON Schema) nachgerüstet wurde.