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SD-Karten

Eine SD-Speicherkarte wird an einer Kamera angebracht Foto: Samsung Memory auf Unsplash

Kurz: Kleine, austauschbare Flash-Speicherkarten im “Secure Digital”-Format — verbreitet in Kameras, manchen Laptops und Einplatinencomputern.

Genauer: SD-Karten unterscheiden sich in Kapazität (SD, SDHC, SDXC) und Geschwindigkeitsklasse (z. B. UHS-I/UHS-II) — für Video-Aufnahmen in hoher Auflösung sind ausreichend schnelle Karten nötig, sonst kann die Kamera nicht schnell genug schreiben.

Im Detail

Kapazitätsklassen und Dateisystem-Fallstricke

Die Kapazitätsklassen von SD-Karten (SD bis 2 GB, SDHC bis 32 GB, SDXC bis 2 TB) spiegeln dabei auch unterschiedliche Dateisysteme wider, mit denen die Karten werkseitig formatiert sind: SD und SDHC nutzen meist FAT16/FAT32, SDXC dagegen exFAT, da FAT32 einzelne Dateien nicht über 4 GB unterstützt — ein Problem für lange Videoaufnahmen. Ältere Geräte, die nur ein älteres Dateisystem lesen können, erkennen unter Umständen eine SDXC-Karte gar nicht, selbst wenn sie physisch in den Kartenslot passt — ein bekannter Kompatibilitäts-Stolperstein beim Kauf neuer, hochkapazitiver Karten für ältere Kameras.

Geschwindigkeitsklassen im Detail

Geschwindigkeitsklassen geben die garantierte MINDEST-Schreibgeschwindigkeit an, nicht die maximale — ein wichtiger Unterschied zu den oft beworbenen Spitzenwerten. Es existieren dabei mehrere parallele, historisch gewachsene Klassifizierungssysteme: die ursprüngliche Class-Einteilung (Class 2 = mind. 2 MB/s, bis Class 10 = mind. 10 MB/s), die UHS-Speed-Class (U1 = mind. 10 MB/s, U3 = mind. 30 MB/s) für die schnelleren UHS-Bus-Interfaces, und die neuere Video-Speed-Class (V6 bis V90), die speziell auf die Anforderungen moderner Videoformate zugeschnitten ist und explizit eine gleichbleibende Mindestgeschwindigkeit über die gesamte Aufnahmedauer garantiert, nicht nur im Kurzzeittest.

Warum Videoaufnahmen besonders anspruchsvoll sind

Bei Video-Aufnahmen ist diese Mindestgeschwindigkeit entscheidend, weil eine Kamera kontinuierlich Bilddaten liefert, ohne Pause zum “Luftholen”: Reicht die Schreibgeschwindigkeit der Karte nicht aus, kann die Kamera die eingehenden Daten nicht schnell genug wegschreiben, der interne Zwischenspeicher (Puffer) läuft voll und die Aufnahme bricht ab oder es entstehen sichtbare Bildfehler. Für 4K-Video mit hoher Bitrate wird deshalb typischerweise mindestens eine UHS-Speedklasse U3 oder eine Video-Speed-Class V30 empfohlen, für hochauflösende 8K-Aufnahmen oder sehr hohe Bildraten sogar V60 oder V90 — bei einfachen Fotos spielt die Geschwindigkeitsklasse dagegen eine deutlich kleinere Rolle, da einzelne Bilder auch bei langsameren Karten problemlos zwischengespeichert und nach und nach weggeschrieben werden können.

Bus-Interfaces: UHS-I bis UHS-III

Neben der reinen Geschwindigkeitsklasse bestimmt auch das physische Bus-Interface der Karte die maximal mögliche Datenrate: UHS-I erreicht bis zu 104 MB/s, UHS-II (erkennbar an einer zweiten Kontaktreihe auf der Rückseite der Karte) bis zu 312 MB/s, UHS-III nochmals mehr. Damit die höhere Geschwindigkeit tatsächlich nutzbar ist, müssen sowohl Karte als auch Kartenleser/Kamera dasselbe UHS-Interface unterstützen — eine UHS-II-Karte in einem nur UHS-I-fähigen Gerät läuft automatisch mit der niedrigeren UHS-I-Geschwindigkeit.

Siehe auch: Micro-SD-Karten