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jQuery

Kurz: Eine ältere, weitverbreitete JavaScript-Bibliothek, die DOM-Manipulation, Events und AJAX-Requests vereinfachte — heute größtenteils durch native Browser-APIs und moderne Frameworks abgelöst.

Genauer: jQuery entstand 2006, als Browser-APIs noch stark uneinheitlich waren, und bot eine einheitliche, kompakte Syntax ($(".klasse").hide()) für Dinge, die heute in Vanilla JavaScript genauso einfach gehen. Viele ältere Webseiten und WordPress-Plugins hängen bis heute von jQuery ab.

Im Detail

Syntax-Vergleich

// jQuery
$(".button").on("click", function () {
  $(this).hide();
});
$.ajax({
  url: "/api/daten",
  success: (daten) => console.log(daten),
});
 
// Modernes Vanilla JavaScript, gleiches Ergebnis
document.querySelectorAll(".button").forEach((btn) => {
  btn.addEventListener("click", () => (btn.style.display = "none"));
});
fetch("/api/daten")
  .then((res) => res.json())
  .then((daten) => console.log(daten));

Warum jQuery überhaupt entstand

jQuerys historischer Wert lag darin, browserübergreifende Inkonsistenzen zu verstecken: in den 2000er-Jahren unterschieden sich Internet Explorer, Firefox, Safari und andere Browser erheblich darin, wie DOM-Manipulation, Event-Handling oder AJAX-Requests (asynchrone Datenanfragen ohne Seiten-Neuladen) technisch funktionierten — derselbe Code konnte in einem Browser fehlerfrei laufen und in einem anderen scheitern. jQuery bot eine einheitliche, kompakte API, die intern all diese Unterschiede ausglich, sodass Entwickler sich nicht mehr um Browser-Eigenheiten kümmern mussten. Der Name “jQuery” kommt von seiner zentralen $()-Funktion, die Elemente per CSS-ähnlichem Selektor “abfragt” (query).

Der Aufstieg und die schrittweise Ablösung

In seiner Blütezeit (ca. 2008-2015) war jQuery auf einem großen Teil aller Websites im Web installiert — kaum eine Webseite kam ohne jQuery aus. Seitdem haben sich Web-Standards stark angeglichen: moderne Browser-APIs (querySelector/querySelectorAll, fetch, addEventListener, CSS-Klassenmanipulation über classList) decken die meisten früheren jQuery-Anwendungsfälle heute nativ und ohne zusätzliche Bibliothek ab. Gleichzeitig verschob sich die Webentwicklung insgesamt hin zu komponentenbasierten Frameworks (React, Vue, Angular), die DOM-Manipulation grundsätzlich anders (deklarativ statt imperativ) angehen und jQuerys Ansatz strukturell überflüssig machen.

Fortbestehende Relevanz

Trotzdem lebt jQuery in großen Mengen bestehender Software fort: viele WordPress-Themes und -Plugins (WordPress selbst liefert jQuery bis heute standardmäßig mit aus), ältere Enterprise-Webanwendungen und Legacy-Codebasen wurden nie migriert, weil ein vollständiger Rewrite riskant, teuer und zeitaufwändig wäre, während der bestehende jQuery-Code weiterhin zuverlässig funktioniert. Für Wartungsprojekte an solchen Altsystemen bleibt Grundwissen über jQuery-Syntax deshalb praktisch relevant, auch wenn niemand mehr bewusst neue Projekte damit startet.

Siehe auch: JS, HTML