AWS
Kurz: “Amazon Web Services” — die größte Cloud-Computing-Plattform, bietet hunderte Dienste (Server, Speicher, Datenbanken, KI) nutzungsbasiert abgerechnet statt eigener Hardware.
Genauer: Statt physische Server zu kaufen, mietet man bei AWS Rechenleistung (EC2), Speicher (S3), Datenbanken (RDS) und viele weitere Dienste nach tatsächlichem Verbrauch. AWS war 2006 einer der ersten großen Cloud-Anbieter und ist bis heute Marktführer, mit Microsoft Azure und Google Cloud als größten Konkurrenten.
Im Detail
Kerndienste
AWS’ Größe ist zugleich seine Stärke und seine größte Hürde für Einsteiger: Mit hunderten Diensten für praktisch jeden Anwendungsfall lässt sich fast jede Architektur abbilden. Die bekanntesten Kerndienste:
- EC2 (“Elastic Compute Cloud”): virtuelle Server, nach Rechenleistung/Speicher/Stunde abgerechnet.
- S3 (“Simple Storage Service”): Objektspeicher für beliebige Dateien, hochskalierbar, oft für Backups, Bilder, Videos genutzt.
- RDS (“Relational Database Service”): verwaltete Datenbanken (PostgreSQL, MySQL und andere), Backups/Skalierung übernimmt AWS.
- Lambda: Serverless-Funktionen — Code läuft nur bei tatsächlichem Aufruf, keine dauerhaft laufende Server-Instanz nötig.
- IAM (“Identity and Access Management”): feingranulare Zugriffsrechte, wer darf welchen Dienst wie nutzen.
Ein einfacher EC2-Server (virtuelle Maschine) lässt sich z. B. per Kommandozeile starten:
aws ec2 run-instances --image-id ami-12345 --instance-type t3.microKostenkomplexität als eigene Fachdisziplin
Die schiere Auswahl und die feingranulare, nutzungsbasierte Abrechnung (oft nach Sekunden/Minuten, Datenübertragungsvolumen, Anzahl API-Aufrufen) machen Kostenkontrolle und die Wahl der richtigen Dienste zur eigenen Fachdisziplin (“Cloud-Architektur” bzw. “FinOps” für die Kostenseite). Unerwartet hohe AWS-Rechnungen durch falsch konfigurierte oder vergessene Ressourcen sind ein bekanntes, oft zitiertes Problem in der Branche — ein vergessener, laufender Server oder falsch konfigurierter Datenübertragungspfad kann unbemerkt erhebliche Kosten verursachen.
Historische Bedeutung
AWS war 2006 einer der ersten großen Cloud-Anbieter überhaupt (aus internen Amazon-Infrastrukturbedürfnissen entstanden — Amazon musste selbst massiv skalierbare Infrastruktur für die eigene Handelsplattform betreiben und vermarktete diese Fähigkeit später als eigenes Geschäft) und prägte damit maßgeblich, wie Cloud-Computing heute überhaupt funktioniert. Bis heute ist AWS Marktführer mit deutlichem Abstand vor Microsoft Azure und Google Cloud, auch wenn beide Konkurrenten kontinuierlich Marktanteile gewinnen.
Abgrenzung zu spezialisierteren Plattformen
Im Gegensatz zu spezialisierteren, entwicklerfreundlicheren Plattformen wie Vercel (die sich auf einen bestimmten Anwendungsfall — Frontend-/Next.js-Deployments — konzentrieren und vieles automatisch konfigurieren, z. B. CDN, SSL-Zertifikate, Skalierung) verlangt AWS deutlich mehr manuelle Konfiguration, bietet dafür aber maximale Kontrolle und Flexibilität — von einzelnen virtuellen Maschinen bis zu globalen, hochverfügbaren Multi-Region-Architekturen für Großunternehmen. Viele moderne Plattformen wie Vercel laufen intern sogar selbst auf AWS-Infrastruktur, abstrahieren die Komplexität aber für ihre eigenen Nutzer weg.
Verfügbarkeitszonen und Regionen
AWS strukturiert seine globale Infrastruktur in “Regionen” (geografisch getrennte Standorte, z. B. Frankfurt, Irland, Ohio) und darin wiederum “Availability Zones” (physisch getrennte Rechenzentren innerhalb einer Region mit eigener Stromversorgung/Netzanbindung). Anwendungen, die über mehrere Availability Zones verteilt laufen, überstehen den Ausfall eines einzelnen Rechenzentrums ohne Unterbrechung — ein zentrales Prinzip für hochverfügbare Cloud-Architekturen, das in dieser Form auf klassischer eigener Hardware kaum wirtschaftlich nachbaubar wäre.
Siehe auch: Vercel