RAM-Slots
Kurz: Die Steckplätze auf dem Mainboard, in die RAM-Module (Riegel) eingesetzt werden.
Genauer: Die Anzahl der Slots und Kanäle (Single-/Dual-/Quad-Channel) beeinflusst die maximale Speicherkapazität und -bandbreite. Für optimale Leistung sollten RAM-Module möglichst identisch (Kapazität, Geschwindigkeit) und in den vom Mainboard vorgesehenen Kanal-Kombinationen bestückt werden.
Im Detail
Moderne Mainboards verbinden RAM-Slots über mehrere unabhängige “Kanäle” mit der CPU — im Dual-Channel-Betrieb etwa greift die CPU über zwei parallele Datenpfade gleichzeitig auf zwei RAM-Module zu, was gegenüber einem einzelnen Modul im Single-Channel-Betrieb annähernd die verfügbare Speicherbandbreite verdoppelt. Damit dieser Modus tatsächlich greift, müssen die Module meist paarweise in bestimmten, vom Mainboard-Handbuch vorgegebenen Slot-Kombinationen (oft farblich markiert) eingesetzt werden — ein einzelnes Modul im “falschen” Slot-Paar kann den Dual-Channel-Modus verhindern, ohne dass das System einen Fehler meldet.
Für stabilen Betrieb wird zudem empfohlen, RAM-Module mit identischer Kapazität, Taktrate und möglichst auch identischem Hersteller/Modell zu kombinieren — unterschiedliche Module können zwar oft trotzdem zusammenarbeiten, laufen dann aber meist auf der Geschwindigkeit des langsamsten Moduls, und es steigt das Risiko von Kompatibilitätsproblemen. Die maximale Speicherkapazität eines Systems ergibt sich aus der Anzahl der RAM-Slots multipliziert mit der größten vom Mainboard unterstützten Modulkapazität — ein Wert, der ebenfalls im Mainboard-Datenblatt dokumentiert ist und beim Kauf beachtet werden sollte, falls spätere Aufrüstung geplant ist.
XMP/EXPO-Profile
RAM-Module laufen ab Werk oft konservativ getaktet (JEDEC-Standardgeschwindigkeit), obwohl der verbaute Speicherchip deutlich höhere Geschwindigkeiten unterstützen würde. Herstellerprofile wie XMP (Intel) oder EXPO (AMD) speichern vom Hersteller getestete, höhere Taktraten/Timings direkt auf dem Modul — im BIOS/UEFI lässt sich ein solches Profil mit einem Klick aktivieren, statt jeden Wert einzeln manuell zu übertakten. Ohne Aktivierung läuft das teure “schnelle” RAM-Modul faktisch nur mit Basisgeschwindigkeit, ein häufig übersehener Punkt beim ersten PC-Zusammenbau.
Bestückungsreihenfolge bei nicht vollständig belegten Slots
Bei einem Mainboard mit vier RAM-Slots, aber nur zwei genutzten Modulen, ist die Reihenfolge der bestückten Slots nicht beliebig — meist müssen für Dual-Channel-Betrieb gezielt die Slots mit derselben Farbe/Kennzeichnung (oft jeder zweite Slot) belegt werden, nicht einfach die ersten beiden nebeneinanderliegenden. Eine falsche Bestückung führt nicht zu einem Fehler, sondern lässt das System stillschweigend im langsameren Single-Channel-Modus laufen.
Siehe auch: RAM, Motherboard/Mainboard, BIOS