TFTP
Kurz: Trivial File Transfer Protocol — eine stark vereinfachte Variante von FTP ohne Authentifizierung, ohne Verschlüsselung, auf Basis von UDP.
Genauer: Wegen des minimalen Funktionsumfangs (kein Login, kein Verzeichnis-Listing) vor allem für automatisierte Szenarien im lokalen Netz gedacht, z. B. das Laden von Firmware/Boot-Images auf Netzwerkgeräten oder bei PXE-Boot. Im offenen Internet praktisch nie eingesetzt, da unsicher.
Im Detail
TFTP wurde bewusst so minimal wie möglich gehalten — der komplette Befehlssatz umfasst nur fünf Operationen: Datei lesen, Datei schreiben, Datenblock senden, Bestätigung senden, Fehler melden. Es gibt kein Verzeichnis-Browsing, keine Rechteverwaltung, keine Authentifizierung — wer die Adresse kennt, kann Dateien lesen oder schreiben, sofern der Server das erlaubt. Diese radikale Einfachheit macht TFTP extrem leicht in minimaler Firmware zu implementieren, was der eigentliche Grund für seinen Fortbestand ist.
Typischer Einsatzort: PXE-Boot (Preboot Execution Environment), bei dem ein Computer beim Start noch gar kein eigenes Betriebssystem geladen hat und sein Boot-Image über das Netzwerk per TFTP von einem zentralen Server lädt — genutzt z. B. beim Ausrollen neuer Betriebssystem-Images in Firmennetzen oder beim Booten von Netzwerkgeräten (Router, Switches), die ihre Firmware/Konfiguration zentral beziehen. Weil TFTP über UDP läuft (kein Verbindungsaufbau, keine automatische Zustellgarantie), muss die Anwendung selbst durch einfache Bestätigungen pro Datenblock für Zuverlässigkeit sorgen.