RFID
Bild: Grika at English Wikipedia, CC BY 2.5, Wikimedia Commons
Kurz: Radio Frequency Identification — Technologie zur berührungslosen Identifikation von Objekten über Funk, meist mittels kleiner, passiver Chips (Tags).
Genauer: Ein RFID-Lesegerät strahlt ein Funksignal aus, das einen nahegelegenen passiven RFID-Tag mit Energie versorgt — der Tag antwortet daraufhin mit seiner gespeicherten ID, ganz ohne eigene Batterie. Verbreitet in Warenwirtschaft, Zutrittskontrollen und Tieridentifikation. NFC ist technisch eine Weiterentwicklung von RFID für sehr kurze Reichweiten.
Im Detail
RFID-Systeme lassen sich nach der Energieversorgung des Tags unterscheiden: Passive Tags haben keine eigene Stromquelle — sie beziehen die nötige Energie ausschließlich aus dem elektromagnetischen Feld des Lesegeräts (per Induktion), was sie sehr klein, günstig und praktisch wartungsfrei macht, aber die Reichweite auf wenige Meter begrenzt. Aktive Tags haben eine eigene Batterie, können dadurch deutlich größere Reichweiten (bis zu hunderte Meter) erzielen und aktiv Signale senden, sind aber teurer und irgendwann leer.
Je nach genutztem Frequenzbereich unterscheidet sich auch der Einsatzzweck: Niedrige Frequenzen (LF, ~125 kHz) durchdringen Wasser und Gewebe gut, weshalb sie u. a. bei der Tieridentifikation (implantierte Chips) genutzt werden; hohe Frequenzen (HF, 13,56 MHz — dasselbe Band wie NFC) eignen sich für Zutrittskarten und kontaktlose Bezahlkarten; Ultrahochfrequenz (UHF) erlaubt das gleichzeitige Auslesen sehr vieler Tags über größere Distanz, weshalb sie in der Logistik/Warenwirtschaft verbreitet ist (z. B. um ganze Warenpaletten in einem Rutsch zu erfassen, statt jeden Artikel einzeln zu scannen).
Kollisionserkennung bei vielen Tags
Ein technisches Problem beim gleichzeitigen Auslesen vieler Tags: Antworten mehrere Tags im selben Moment auf das Signal des Lesegeräts, überlagern sich ihre Funksignale und werden unlesbar (“Kollision”). RFID-Systeme nutzen deshalb Antikollisions-Algorithmen, bei denen das Lesegerät gezielt einzelne Tags “aufruft” (basierend auf Teilen ihrer eindeutigen ID) und so nach und nach alle vorhandenen Tags einzeln identifiziert, ohne dass ein Mensch sie einzeln vor das Lesegerät halten müsste — dadurch lassen sich in Logistikanwendungen hunderte Tags pro Sekunde zuverlässig erfassen.
Datenschutz und Sicherheit
Weil passive RFID-Tags typischerweise ohne Wissen oder aktive Zustimmung des Trägers ausgelesen werden können (ein Lesegerät muss nur nah genug herankommen), sind RFID-Chips in Ausweisdokumenten, Kleidung mit Warensicherung oder Mitarbeiterausweisen datenschutzrechtlich nicht unumstritten — es lässt sich potenziell nachverfolgen, wo sich ein Tag (und damit oft eine Person) zu welchem Zeitpunkt befunden hat. Elektronische Reisepässe verschlüsseln ihre gespeicherten Daten deshalb und verlangen zusätzlich das Auslesen einer gedruckten Zugangsnummer, bevor der Chip überhaupt antwortet — ein Schutzmechanismus, der reines “Abhören aus der Ferne” verhindern soll.