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Coax

Kurz: Koaxialkabel — ein Kabeltyp mit einem zentralen Innenleiter, umgeben von Isolierung, Abschirmgeflecht und Außenmantel, klassisch für Kabelfernsehen und ältere Netzwerke genutzt.

Genauer: Die konzentrische Bauweise (daher “koaxial”) schirmt das Signal gut gegen elektromagnetische Störungen ab. In der Netzwerktechnik weitgehend durch Twisted-Pair-Kabel und Glasfaser abgelöst, aber im Kabel-Internet (DOCSIS) noch verbreitet.

Im Detail

Physikalischer Aufbau

Der Aufbau eines Koaxialkabels besteht von innen nach außen aus vier Schichten: dem zentralen Kupfer-Innenleiter (trägt das eigentliche Signal), einer Isolierschicht (Dielektrikum), einem geflochtenen oder foliierten Abschirmgeflecht (leitet elektromagnetische Störungen ab, bevor sie den Innenleiter erreichen, und dient gleichzeitig als Rückleiter für das Signal) und einem äußeren Kunststoffmantel als mechanischen Schutz. Diese konzentrische (“koaxiale”, von lateinisch “gleiche Achse”) Anordnung ist der Grund für die gute Störfestigkeit — anders als bei Twisted-Pair-Kabeln (siehe Cat-Kabel) sitzt die Abschirmung direkt und vollständig um den Leiter herum, statt sich auf das Prinzip verdrillter Adernpaare zu verlassen, die Störeinflüsse gegenseitig auslöschen.

Impedanz und Kabeltypen

Ein wichtiger, oft übersehener Parameter ist die Wellenimpedanz: Netzwerk- und HF-Antennenkabel nutzen meist 50-Ohm-Kabel (z. B. RG-58), während klassisches Kabelfernsehen und Kabel-Internet mit 75-Ohm-Kabeln arbeiten (z. B. RG-6, das für moderne Anwendungen die dickere, besser abgeschirmte RG-59-Vorgängernorm weitgehend abgelöst hat). Werden Kabel mit unpassender Impedanz kombiniert, entstehen Signalreflexionen an der Übergangsstelle, die die Signalqualität spürbar verschlechtern — ein häufiger, aber oft übersehener Fehler bei Eigenbau-Installationen.

Steckverbinder

Zu den verbreitetsten Anschlusstypen gehören BNC-Stecker (Bayonet Neill-Concelman — schneller Steckverschluss mit Vierteldrehung, verbreitet in älteren Netzwerkinstallationen und professioneller Videotechnik) und F-Stecker (Schraubverschluss, Standard bei Kabelfernsehen und Satellitenanlagen im Heimbereich). Ein defekter oder schlecht montierter Steckverbinder ist in der Praxis eine der häufigsten Ursachen für schlechten Empfang oder unzuverlässige Kabel-Internet-Verbindungen — oft naheliegender als ein Defekt am eigentlichen Kabel oder Modem.

Historische Rolle in der Netzwerktechnik

In der klassischen Netzwerktechnik wurde Koaxialkabel für frühe Ethernet-Varianten wie 10BASE2 (“Thin Ethernet”, dünneres Kabel) und 10BASE5 (“Thick Ethernet”, dickeres, robusteres Kabel) eingesetzt, bei denen alle Geräte an einem einzigen langen Kabel in Reihe (Bus-Topologie) hingen — ein einziger Kabelbruch oder eine lose Terminierung an einem der Kabelenden legte damals das gesamte Segment lahm, was einer der wesentlichen Gründe war, warum sich in den 1990ern sternförmige Twisted-Pair-Verkabelung mit zentralem Switch durchsetzte: Ein Kabeldefekt betrifft in einer Stern-Topologie nur das eine betroffene Gerät, nicht mehr das gesamte Netz.

Heutige Nutzung: DOCSIS

Heute lebt Koaxialkabel vor allem im Kabelfernsehen und darauf aufbauendem Kabel-Internet weiter, standardisiert über die DOCSIS-Spezifikation (Data Over Cable Service Interface Specification). Neuere DOCSIS-Versionen (3.1 und 4.0) erreichen dabei über dasselbe physische Koaxialkabel, das ursprünglich nur für analoges Kabelfernsehen ausgelegt war, mittlerweile Gigabit-Geschwindigkeiten — durch effizientere Modulationsverfahren, nicht durch bessere Kabel. Koaxialkabel überbrückt dabei typischerweise die “letzte Meile” zwischen einem Glasfaser-Verteilerknoten im Straßenverteiler und dem Haushalt (Hybrid Fiber-Coax, HFC), während der Rest der Strecke bereits auf Glasfaser läuft.

Siehe auch: Fiber, Cat-Arten und Spezifikationen, Ethernet