Obsidian Vault
Kurz: “Vault” ist Obsidians Begriff für eine Notizsammlung – technisch einfach ein Ordner voller Markdown-Dateien plus ein .obsidian-Unterordner mit Konfiguration und Plugins.
Genauer: Weil ein Vault nur aus Markdown-Dateien besteht, lässt er sich auch ganz ohne die Obsidian-App bearbeiten (z. B. direkt im Dateisystem über Claude Code). Erst für “lebendige” Funktionen – Backlinks, aktive Datei, Tags live abfragen – braucht man einen Weg, mit der laufenden App selbst zu sprechen. Dafür gibt’s das MCP-Plugin.
Kontext bei uns: Dein Vault liegt unter D:\Random_Zeug\Claude-Obsidian\Claude – der eigentliche Vault-Root ist der Claude-Unterordner, nicht Claude-Obsidian selbst, erkennbar am .obsidian-Ordner darin.
Im Detail
Struktur des .obsidian-Ordners
Der .obsidian-Ordner enthält u. a. app.json (allgemeine Einstellungen), appearance.json (Theme/Schriftart), community-plugins.json (Liste installierter Plugins) sowie pro Plugin einen eigenen Unterordner mit dessen Konfiguration. Weil das alles reine JSON-Dateien sind, lässt sich ein Vault (inklusive Plugin-Konfiguration) grundsätzlich per Git versionieren und zwischen Geräten synchronisieren — wobei einige Plugin-Daten (z. B. lokale Caches) meist bewusst über .gitignore ausgeschlossen werden, weil sie sich pro Gerät ohnehin neu aufbauen und nur unnötig Repo-Größe kosten.
Klartext als Designprinzip
Der wichtige konzeptionelle Punkt: Ein Vault ist bewusst KEINE proprietäre Datenbank-Datei, sondern ein ganz normaler Ordner mit Klartext-Markdown-Dateien — Notizen bleiben deshalb auch ohne die Obsidian-App selbst lesbar/bearbeitbar (z. B. mit jedem Texteditor, oder wie hier direkt über Claude Code auf dem Dateisystem), und ein Vault-Umzug ist im einfachsten Fall nichts weiter als das Kopieren eines Ordners. Dieses Designprinzip unterscheidet Obsidian bewusst von vielen anderen Notiz-Apps (z. B. Evernote oder OneNote), die Notizen in eigenen, oft proprietären Container-Formaten oder ausschließlich in der Cloud speichern — bei Obsidian bleibt der Nutzer jederzeit vollständiger Besitzer der Rohdaten, ohne Exportschritt und ohne Risiko, bei Einstellung des Dienstes den Zugriff zu verlieren.
Wikilinks und der Backlink-Graph
Innerhalb der Markdown-Dateien nutzt Obsidian eine erweiterte Syntax ([[Notiztitel]]) für interne Verlinkungen zwischen Notizen — beim Öffnen einer Notiz zeigt Obsidian automatisch alle anderen Notizen an, die auf sie verweisen (“Backlinks”), ohne dass das manuell gepflegt werden müsste. Aus der Gesamtheit aller Links entsteht so ein Beziehungsgraph zwischen Notizen, den Obsidian auch visuell darstellen kann — dieses Prinzip (statt starrer Ordnerhierarchien ein Netzwerk aus querverweisenden Notizen) prägt den Begriff “digitaler Garten” bzw. “Zettelkasten”-Methode, auf der Obsidians Grundkonzept aufbaut.
Erweiterbarkeit über Plugins
Die eigentliche Funktionsvielfalt von Obsidian entsteht größtenteils über Community-Plugins, nicht über die Kernfunktion selbst — Kernfunktion ist im Wesentlichen “Markdown-Dateien anzeigen und verlinken”. Plugins wie das MCP-Connector-Plugin erweitern das um völlig neue Fähigkeiten (hier: einen lokal laufenden MCP-Server, über den externe Programme wie Claude Code mit der laufenden App kommunizieren können), ohne dass der Vault selbst oder sein Dateiformat sich dadurch ändert.
Siehe auch: MCP (Model Context Protocol)